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KYOKUSHIN KARATE WEDEL

 

 

 

 KYOKUSHINKAI, "Grenze der absolute Wahrheit"


Das Erlernen der Kampfkünste ist wie das Erklettern einer Klippe. Man muss immer weitergehen und darf keine Pause machen. Sich auszuruhen ist nicht gestattet, denn es führt zu einem Zurückbleiben in alten Stufen der Entwicklung. Durchhaltevermögen- tagein, tagaus- verbessert die Techniken, doch Ausruhen, und sei es nur für einen Tag, verursacht Stillstand und Verfall.
Man muss jeden Tag versuchen seine Grenzen weiter auszudehenen. Mache heute einen Fauststoß mehr, als du gestern konntest. Stelle Rekorde auf. Und wenn eine Grenze unüberwindbar scheint, so versuche mit all deiner Kraft, sie zu brechen. Das ist die Bedeutung des Trainierens. Und wenn du diese Grenze überschritten hast, wird frische geistige und körperliche Stärke in dir wachsen. Du wirst ein neuer und völlig anderer Mensch sein.
Denke immer daran, dass das Leid beim Überwinden einer Grenze zu neuer Kraft führt. Training bedeutet, dies während der täglichen Bemühungen über Tausende und Zehntausende von Tagen immer im Sinn zu behalten. Ständig in der gleichen, alten Weise und im selben Maß zu trainieren, ist nicht mehr als bloße Gymnastik. Im Lernen der letzten Bedeutung der Kampfkünste macht man keine Fortschritte, wenn man die Sanftheit einer mündlichen Erklärung sucht. Wichtig ist es, immer vorwärts zu gehen. Stück für Stück.
Ein Mensch, der auf diese Weise Fortschritte macht, wird eines Tages merken, dass er stärker, schneller, kräftiger und gewandter in den Techniken ist, als er dachte. Der Gegner, der einmal groß und stark erschien, sieht jetzt klein und schwach aus. Manche Menschen, die in der Übung sehr begeistert erscheinen, sind in Wirklichkeit faul. Derjenige jedoch, der fünfmal so lang und zehnmal so gut arbeitet wie ein Durchschnittsmensch, wird in einigen Jahren eine herausragende Persönlichkeit sein.
Selbstzufriedenheit jedoch, auch bei außergewöhnlichen Fotschritten, ist nur ein Anzeichen für niedere Ziele. Gute Ergebnisse sind nur wie die Spitze eines Bergs. Nach jedem Sieg gibt es neue Gipfel zu bezwingen. Das höchste Ziel ist ein geistiger Zustand. Ruhm und Siege gegen fähige Gegner sind nichts als Meilensteine am Rand des Weges.

                                                                                                                                                        Masutatsu Oyama

 

 

Kyokushinkai (極真会,きょくしんかい) bezeichnet die von Ōyama Masutatsu gegründete Karate Organisation. Die Stilrichtung nennt man Kyokushin (極真, きょくしん), was „die letzte, absolute Wahrheit“ bedeutet.
Es wird im Vollkontakt gekämpft, was Kyokushin zu einer der härtesten Karatearten macht. Kyokushin ist ein für die Entwicklung der Kampfkunst sehr bedeutender Stil, da aus ihm viele moderne Vollkontakt-Stile und Kampfkunstsysteme hervorgegangen sind. (z. B. So Shin Do, World Oyama Karate, World Seido Karate Organization, Kyokushin Budokai, Ashihara Karate, Enshin Karate, Seido-Keikan, K-1, IFK, 国際極真道連盟, Kyokushindo Karate, …).

 

                                                                                                                                              

Geschichte

1956 eröffnete Oyama Masutatsu in einem kleinen Gebäude hinter der Rikkyo Universität sein erstes offizielles Dojo und nannte seinen Stil Kyokushin.
Er wählte den Namen wegen des Sprichworts: „Nach Tausend Tagen Training ist man ein Anfänger, nach Zehntausend Tagen ein Experte (Meister)“. Trotz des harten Trainings – es gab wenige Einschränkungen im Kampf – und der hohen Ausfallrate der Studenten, stieg die Zahl seiner Schüler innerhalb eines Jahres auf gut 700 Studenten an.
Die nächsten zehn Jahre baute Oyama seine Organisation auf und demonstrierte in der ganze Welt sein Karate, um es zu verbreiten. Das erste Dojo außerhalb Japans wurde 1957 von Bobby Lowe auf Hawaii eröffnet.
1964 wurde offiziell das Kyokushinkaikan Honbu in Ikebukuro, Tokio eröffnet. Eisaku Sato wurde zum Präsident und Oyama zum Kancho (Direktor) der IKO ernannt.
Seither hat sich Kyokushin in mehr als 120 Ländern verbreitet und die Organisation wurde mit über 10 Millionen registrierten Mitgliedern zu einer der größten Kampfkunstorganisationen der Welt.
1975 wurde die erste Weltmeisterschaft in Tokio abgehalten. 128 Wettkämpfer aus 36 Ländern beteiligten sich. Die ersten sechs Ränge gingen an Japan: 1. Katsuaki Sato, 2. Hatsuo Royama, 3. Yoko Ninomiya. Die Weltmeisterschaft inspirierte die Kyokushin-Kämpfer, und schon bald wurden in vielen Ländern die ersten nationalen Turniere ausgetragen: 1975 in Australien, Malaysia, Israel und Südafrika; 1976 in Brasilien und England; 1978 wurde die erste Europameisterschaft in London abgehalten.
Im April 1994 starb Oyama im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs und ließ Akiyoshi Matsui als Verantwortlichen der IKO zurück. Dies hat viele politische und wirtschaftliche Unruhen in die Kyokushinkai Welt gebracht, was zu einer Aufsplitterung der Organisation führte.
So gibt es alleine in Deutschland diverse Verbände, unter anderem der KKD (Kyokuhinkai Karate Deutschland) unter Leitung von Christoph Fischer und die DKO (Deutsche Kyokushin Organisation) unter Leitung von Ingo Freier.
Es gibt neben diversen Verbänden in derselben Stilrichtung Kyokushin auch mannigfaltige Stilabspaltungen wie z. B. Kyokushin-Budo-kai oder etwa Seidokan-Karate.



Training

Das Training im Kyokushinkai besteht wie bei den meisten anderen Karatestilen, aus Kihon (基本, きほん), Kata (形, かた) und Kumite (組み手, くみて). Aber auch Atemtechniken, Bruchtests, sowie Abhärtungstechniken (芝木|しばき) sind Teil des Trainings. Kondition und Kumite stellen jedoch oftmals einen großen Teil des Trainings dar.



Biographie

In jungen Jahren lebte er auf dem Gehöft seiner Schwester in der Mandschurei. Ōyama begann mit dem Studium der Kampfkünste im Alter von 9 Jahren und lernte zunächst von einem Arbeiter mit Namen Li Soushi[2] auf besagtem Gehöft das südchinesische Kung Fu-System der 18 Hände.[3] (auch referenziert unter dem Namen "die 18 Hände des Wing Chun"[4]) Mit 12 Jahren kehrte Ōyama nach Korea zurück und setzte dort sein Training in den traditionellen koreanischen Kampfkünsten Taekgyeon und Gwonbeop fort.[5]
Korea war de facto seit dem Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg und de jure seit 1910 eine Kolonie Japans. Die koreanische Sprache und Kultur wurde durch die japanischen Besatzer unterdrückt; das ganze Land sollte japanisiert werden. Daher wollte sich Ōyama nach Japan begeben, da er dort bessere Zukunftsaussichten für sich erwarten konnte als in seiner Heimat.
1938 reiste Ōyama im Alter von 15 Jahren tatsächlich nach Japan, in der Hoffnung, Kampfpilot bei der Kaiserlich Japanischen Heeresluftwaffe werden zu können. Diese Ambitionen erfüllten sich aber nicht (→Shimpū Tokkōtai), insbesondere weil er nicht mit der damals vorherrschenden Diskriminierung der koreanischen Minderheit im japanischen Mutterland gerechnet hatte. Er ging nach Tokyo, arbeitete dort als Angestellter in einem Restaurant und trainierte Judo, bis er eines Tages Schüler bei der Übung von Karate-Techniken beobachtete. Ōyama ging daraufhin in das Dojo von Funakoshi Gichin in der Takushoku-Universität und begann dort den Karate-Stil Shōtōkan zu trainieren. Aufgrund seiner umfangreichen Vorbildung in verschiedenen Kampfkünsten machte er rasche Fortschritte und konnte bereits 1940 die Prüfung zum 1. Dan im Shōtōkan-Karate ablegen. Ōyama verließ das Dōjō von Funakoshi jedoch wenig später, weil er eine andere Vorstellung von Kampf hatte. Anlass dazu war der Übungskampf zwischen Funakoshis Sohn und So Nei Chu (소네이쥬, 1907 - 2001), einem Meisterschüler von Miyagi Chōjun, dem Begründer des Gōjū-Ryū-Karate-Stils. Bei So Nei Chu, der wie er selbst aus Korea stammte und ein eigenes Dōjō besaß, praktizierte er von diesem Zeitpunkt an Gōjū-Ryū-Karate. Als er 1943 in die japanische Armee eingezogen wurde, hatte er bereits den 4. Dan im Gōjū-Ryū-Karate erreicht.[5] Der Krieg bedeutete für Ōyama Masutatsu eine Unterbrechung in seiner Entwicklung. Er war Teil des Bodenpersonals eines Militärflughafens in der Nähe von Tokyo. Er wurde eingesperrt, weil er einen Vorgesetzten, der ihn zu Unrecht beleidigt hatte, niederschlug.[6]
Nach der Niederlage Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs fiel Ōyama in eine schwere Lebenskrise. Aufgrund der extremen Knappheit an Lebensmitteln direkt nach Kriegsende schloss er sich einer kriminellen Bande an. Schließlich wurde er für sechs Monate eingesperrt, nachdem er einige amerikanische Soldaten verprügelt hatte, um zu zeigen, dass er persönlich noch nicht besiegt war.[6] Ōyama entschloss sich erst in dieser Zeit, sein Leben ganz dem Karate zu widmen. Sein Meister So Nei Chu, der ein Anhänger des Nichiren-Buddhismus war, ermutigte ihn dazu, vor allem den von ihm bisher vernachlässigten geistigen Aspekt des Weges einer Kampfkunst zu berücksichtigen und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um seine Unbeherrschtheit zu korrigieren.[5]
Ōyama trainierte daher alleine auf dem Berg Minōbu in Chiba, Japan. Angeblich hatte er sich eine Augenbraue abrasiert, damit er den Berg nicht verlassen konnte. Er soll dort vierzehn Monate verbracht haben und danach zum Verlassen des Berges gezwungen gewesen sein, da sein Gönner ihm weitere Unterstützung versagt habe. Nachdem er Monate später die nationalen Japanischen Kampfkunstmeisterschaften im Karate gewonnen hatte, kehrte er für 18 weitere Monate in die Berge zurück, dieses Mal auf den Berg Kiyosumi, da er sein ursprüngliches Ziel, drei Jahre in der Einsamkeit zu trainieren noch nicht erreicht hatte. Obwohl diese Berichte über Ōyamas angeblichen Aufenthalt in den Bergen von vielen seiner Anhänger immer wieder bekräftigt wurden, hat Ōyama diese Umstände nie persönlich bestätigt.[7]
Einige Teile der frühen Biographie Ōyamas werden von Jon Bluming, einem seiner frühen Schüler, allerdings bestritten.[7]
Das Kyokushinkaikan Hombu-Dōjō in Tōkyō
1953 eröffnete er in Tōkyō sein eigenes Dōjō namens "Ōyama Dōjō". Er reiste weiterhin in Japan und der Welt umher, um Kampfkunstvorführungen zu geben in denen er Stiere mit bloßen Händen bekämpft und getötet haben soll. Sein Dōjō trainierte zuerst im Freien auf einer leeren Parzelle und zog später im Jahre 1956 in eine Ballettschule um. Seine Lehren entwickelten bald einen Ruf als harte, intensive und praxisorientierte Kampfschule, die in einer Zeremonie 1957 "Kyokushin" getauft wurde. Jedoch sagte man ihm auch nach, sehr rau mit seinen Schülern umgegangen zu sein und diese auch häufiger während des Trainings verletzt zu haben. Mit wachsender Reputation des Dōjō wuchs auch die Zahl der Schüler, die aus dem japanischen In- und Ausland zum Training zu Ōyama kamen. Viele der späteren Oberhäupter der heutigen Organisationen, die aus dem Kyokushin hervorgegangen sind, begannen ihr Training in dieser Zeit. 1964 zog Ōyamas Dōjō in ein anderes Gebäude um, das von da an als Hombu Dōjō und Welthauptquartier seiner Schule diente. In diesem Zusammenhang gründete er auch die "International Karate Organization Kyokushinkaikan" (IKO oder IKOK abgekürzt), um die vielen Schulen, die zu diesem Zeitpunkt seinen Stil lehrten, zu organisieren.
Nachdem er dem Kyokushinkai damit einen formalen Rahmen gegeben hatte, führte Ōyama die Organisation in eine weitere Phase des Wachstums: Er selbst und die von ihm sorgfältig ausgewählten Ausbilder zeigten großes Geschick, wenn es darum ging, die Stilrichtung zu vermarkten und neue Verbandsmitglieder zu gewinnen. Wenn Ōyama einen Dozenten ausgewählt hatte, würde dieser ein Dōjō in einer anderen Stadt eröffnen und dort öffentliche Vorführungen abhalten, zum Beispiel in städtischen Turnhallen, der örtlichen Polizeischule, einem Park, in Schulen oder anlässlich von Festen, wodurch er schnell eine Zahl von Schülern für sein neu gegründetes Dōjō gewinnen konnte. Danach verließ man sich auf die Mundpropaganda in der näheren Umgebung zur Schaffung einer engagierten Stammschülerschaft.
Ōyama sandte auch Ausbilder ins Ausland zum Beispiel in die Vereinigten Staaten und nach Brasilien, wo Kyokushin auf die gleiche Art verbreitet wurde. Eine weitere Methode zur Verbreitung seines Stiles waren die von ihm ausgerichteten stiloffenen Karate-Weltmeisterschaften.
Bis zu seinem Tod baute er seine IKOK mit Sitz in Tōkyō zu einem der weltweit größten Kampfkunstverbände aus, mit Niederlassungen in mehr als 120 Ländern und mehr als 10 Millionen eingetragenen Mitgliedern. In Japan wurden Bücher von ihm und über ihn verfasst, abendfüllende Spielfilme schilderten farbenfroh seine Lebensgeschichte und auch ein Manga erzählt von seinen (angeblichen) Abenteuern.
Oyama starb im Alter von 71 Jahren, am 26. April 1994 - obwohl Nichtraucher - an Lungenkrebs.